Saison-Rekord im OEZ - fast 6.000 Zuschauer
28. Dezember 2025
Kämpferischer SCR erst spät vom Tabellenzweiten Memmingen bezwungen
Mit dem Spiel gegen den Tabellenzweiten ECDC Memmingen Indians hatte der SC Riessersee eine schwere (Haus)Aufgabe zu bewältigen. Die Unterallgäuer sind seit Saisonbeginn ständig im oberen Viertel der Tabelle zu finden und stehen als ziemlich sicherer Playoff-Teilnehmer fest. Zwei Tage nach der Auswärtsniederlage in Peiting, welche die Mini-Serie von drei Siegen beendete, mussten die Werdenfelser möglichst wieder punkten, um den Kontakt zu den Pre-Playoff-Plätzen zu halten. Nicht einfach, denn neben Soudek und Dibelka fehlten auch Steinhübel, Raubal und Stein. Jesse Roach allerdings war zurück und musste als Mittelstürmer ran. Formell im SCR-Kader zudem die beiden 19-jährigen Talente Pelg und Seelmann. Die Indians hingegen wollten vor ihren äußerst zahlreich mitgereisten Fans vermeiden, erstmalig ein Wochenende ohne Punktgewinn abzuschließen.
Im ersten Drittel hatte das Abtasten nach zweieinhalb Minuten ein Ende, Gerg mit der ersten Halbchance für den SCR. In der 5. Minute tauchte sein Teamkollege Armstrong-Kingkade, von Roach wunderbar freigespielt, zwischen den Bullypunkten auf und brachte Weiß-Blau mit einem satten Schuss in den Winkel 1:0 in Führung. Von den Indians war bis dahin wenig zu sehen, nun aber erhöhten sie den Druck gewaltig. Durch den einen oder anderen Abspielfehler und andere Nachlässigkeiten begünstigt, brachten sie die Scheibe ein ums andere Mal gefährlich vor das SCR-Tor. Doch selbst mit viel Verkehr um ihn herum bewahrte der sehr sichere Mechel den Überblick und den Kasten sauber. Einen seltenen Riesserseer Konter nutzte Glas-Bader mit seinem Alleingang zum 2:0, was den Spielverlauf ein wenig auf den Kopf stellte. Die Memminger Antwort ließ allerdings nur 10 Sekunden auf sich warten: Nach einer Kombination direkt vom Bully weg rückte Homjakovs die Dinge wieder etwas zurecht. Mit 2:1 ging es also in die Pause.
Der SC Riessersee war zu Beginn des 2. Drittels sofort wieder aktiv, Höller versuchte es mit einem Abfälscher und Schneider hatte frei vor dem Tor stehend die 100%-Chance. Doch auch Memmingen blieb jederzeit gefährlich. So wogte das Spiel bis zum Powerbreak hin und her. Nach der kleinen Pause war es erneut Homjakovs, der zu schnell für alle SCR-Spieler war und nach einem sehenswerten Solo per Schlenzer den 2:2-Ausgleich erzielte. Kurz darauf sogar ein Pfostentreffer für die Indians, die jetzt wieder dominant waren. Die erste Strafe für den SCR konnten sie jedoch nicht nutzen: Die Abwehr der Werdenfelser stand kompakt, Glas-Bader hatte sogar eine gute Chance in Unterzahl. Eine Schrecksekunde gab es dann 5 Minuten vor Drittelende, doch die Schiedsrichter entschieden statt Tor für Memmingen auf Torraumabseits. In den verbleibenden Minuten war der SC Riessersee offensiv kaum vorhanden, die finale Memminger Druckphase überstand Weiß-Blau nur, weil Mechel die Ruhe selbst blieb und keinen weiteren Gegentreffer zuließ.
Nach vier Minuten im Schlussabschnitt bekam der SCR die Chance, in Überzahl erneut in Führung zu gehen. Schnell fand man die Formation, zwingende Chancen ergaben sich aber nicht. Auch Memmingen machte es danach bei Strafe gegen Riessersee nicht viel besser. Danach der SCR wieder mit Chancen und nach dem Powerbreak erneut in Überzahl. Nun aber zeigte sich die Cleverness des Tabellenzweiten, der wenig zuließ und selber Konterchancen kreierte - Mechel musste zweimal bravourös parieren. Sechseinhalb Minuten waren noch auf der Uhr, als der SCR im Vorwärtsgang die Scheibe verlor und die Allgäuer relativ einfach die 3:2-Führung erzielen ließ. In der Folge hatten die Indians sogar noch ein Powerplay, das die Werdenfelser aber gut wegverteidigten. Danach nahm SCR-Coach Jocher die Auszeit, doch der Kräfteschwund auf Seiten seines Teams war nun deutlich zu spüren. Zwar versuchte der SCR den Druck zu erhöhen, zweimal lief man aber in Konter, die der beste SCR-Spieler, Andi Mechel, entschärfen konnte. Erst spät war man in der Lage, den Goalie gegen einen sechsten Feldspieler zu ersetzen, echte Chancen ergaben sich nicht mehr. Das Empty-Net-Goal der Memminger, eine Sekunde vor Schluss erzielt, war nur noch Ergebniskosmetik.
Fazit: Lange Zeit bot man den erhofften Kampf gegen einen spielerisch überlegenen Gegner, musste dann aber dem Kräfteverschleiß aufgrund der vielen Verletzten Tribut zollen. Blass war leider wieder das Überzahlspiel. In guter Erinnerung wird die Rekord-Kulisse und die damit verbundene großartige Stimmung im Stadion bleiben.
Tore:
1:0 Armstrong-Kingkade (5.)
2:0 Glas-Bader (19.)
2:1 Homjakovs (19.)
2:2 Homjakovs (29.)
2:3 Gams (54.)
2:4 Lillich (60.)
Strafminuten: SCR 4 – Memmingen 6
Zuschauer: 5742
