SCR verliert die Nervenschlacht
04. Januar 2026Nach der hohen Niederlage beim Tabellenführer Deggendorf am Freitag war der SC Riessersee zuhause in der Pflicht, gegen den Aufsteiger Erding Gladiators Punkte zu holen, um den Anschluss an Platz 10 nicht zu verlieren. Da durfte es auch keine Rolle spielen, dass man neben den Langzeitverletzten Dibelka und Soudek auch auf Kircher, Glas-Bader (alles Stürmer) und Jäckle verzichten musste. Von den Förderlizenzspielern war immerhin Yannick Stein verfügbar, Anselm Gerg bekam leider keine Freigabe aus Ravensburg.
Erstes Drittel: Erding, genau wie der SCR seit dem Trainerwechsel im Aufschwung und mit einem Heimsieg vom Freitag im Gepäck, versteckte sich in den ersten Minuten keinesfalls. Trotzdem dauerte es viereinhalb Minuten, ehe der erste Schuss auf Andi Mechel im SCR-Tor abgegeben wurde. Es folgten zwei weitere gefährliche Situationen, im Grunde hatte die SCR-Defensive aber alles im Griff. Als Leon Neiger eine Strafe rausholte, bekam auch Riessersee endlich Chancen. Gleich fünfmal wurde es brenzlig für Erdings Goalie Zabolotny, als die erste Powerplay-Formation des SCR ernst machte. Die nicht eingespielte Zweitbesetzung hatte noch eine gute Möglichkeit durch Chris Chyzowski, das war es dann aber in puncto Offensive. Nach dem Powerbreak gab es nur noch Halbchancen und auch in den letzten acht Minuten konnte kein Team wirklich gefährlich werden, sieht man von Nik Armstrong-Kingkades Schlenzer, Sekunden vor Drittelende, ab.
Im zweiten Abschnitt gab es zunächst einen versteckten Ellbogencheck von Raubein Schmidpeter gegen Andreas Schneider, den die Schiedsrichter jedoch nicht ahnden wollten. Das Spiel blieb zäh, weil kein Team ins Risiko gehen wollte, es wurde um jeden Puck gefightet. Kurz vor dem Powerbreak hatten die Gladiators ihre erste richtige Konterchance, die Mechel jedoch zunichtemachte. Nach der Unterbrechung war es Armstrong-Kingkade, der aus dem Slot die Scheibe nicht ins Tor bekam. Danach Erding mit einer Doppelchance und Hettich aus derselben Position wie sein amerikanischer Teamkollege zuvor – alles ohne Erfolg. Als Thomas Schmid auf die Strafbank musste, fiel im Powerplay das erste Tor für die Gladiators durch Hobbs. Der SC Riessersee hielt sofort dagegen und bekam seinerseits die Gelegenheit, in Überzahl auszugleichen, doch die 30 Sekunden bis zur Pausensirene reichten nicht.
Im Schlussdrittel vergab der SCR in anderthalb Minuten die Möglichkeit, in Überzahl den Ausgleich zu machen, auch bei 5-gegen-5 fehlte die Durchschlagskraft. Mechel bewahrte in Minute 45 seine weiß-blauen Farben vor einem höheren Rückstand. Kurz darauf erneut Powerplay für Garmisch und endlich das erlösende 1:1. Armstrong-Kingkade traf – diesmal aus fast unmöglicher Position – per One-Timer. Nun zeigte der SC Riessersee den Willen, die drei Punkte zuhause zu behalten, Alex Höller vergab jedoch einen Alleingang, Roach traf nur das Außennetz und Armstrong-Kingkade lupfte freistehend mit der Rückhand nicht ins Tor, sondern drüber. Es blieb also beim 1:1 nach 60 Minuten.
Die Overtime plätscherte die ersten 100 Sekunden vor sich hin, dann wurde es auf einmal dramatisch: Mechel rettete zweimal in höchster Not, danach war der Gladiators-Goalie auf dem Posten. In der letzten Minute dann der Höhepunkt: Die Werdenfelser mit einem 3-auf-1-Konter, Zabolotny fischte die Scheibe herunter und leitete sofort den Konter ein, doch Mechel hielt den Alleingang wieder bravourös. Und der Puls der 1732 Zuschauer blieb hoch, es ging ins Penaltyschiessen: Hier konnte nur Roach für den SCR treffen, während Erding zweimal einnetzte. Endstand 1:2 -am Ende blieb Jochers Team also nur ein Punkt. Der war aber definitiv zu wenig, um den nötigen Schritt nach vorn zu gehen.
Tore:
0:1 Hobbs (38.)
1:1 Armstrong-Kingkade (PP, 48.)
1:2 Hobbs (GWS, 65.)
Strafminuten: SCR 2 – Erding 6
Zuschauer: 1732
