"Cold as Steel" – SCR dreht im letzten Drittel das Spiel
Erstmals in dieser Saison konnte Trainer Zdenek Travnicek „alle Mann an Bord“ vermelden und somit vier komplette Reihen aufs Eis schicken. Benjamin Barz hat seine Handgelenksverletzung vollständig auskuriert und auch Verteidiger Christian Völk ist nach dem rüden Check des Landshuters Kracik wieder hundertprozentig einsatzfähig.
Die Weiß-Blauen legten los wie die Feuerwehr, bereits nach 45 Sekunden hatte Greg Collins die erste hochkarätige Chance auf dem Schläger. Vier Minuten später zielte der US Amerikaner besser und er machte das 1:0 für den SC Riessersee. Ausgangspunkt für den Treffer war ein sehenswerter Doppelpass mit seinem Sturmpartner David Appel. Im weiteren Verlauf des ersten Drittels hatten die Gäste mehrfach das Glück auf ihrer Seite, es hätte durchaus höher stehen können – nein müssen.
Dibelka, Regan, Pfohmann, Rimbeck und Appel hatten beste Möglichkeiten das Ergebnis nach oben zu schrauben. Entweder war ein Bietigheimer Verteidiger im Weg oder der erst vor einer Woche verpflichtete Torhüter Sebastien Charpentier.
Die Gäste konnten sich teilweise aus der eigenen Zone nicht befreien und hatten den Werdenfelsern kaum etwas entgegenzusetzen. Es sah nach einer klaren Revanche für die 8:2 Klatsche aus dem Hinspiel aus und es nur eine Frage der Zeit ist, wann der nächste Treffer für die Weiß-Blauen fällt. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!
Wie der SCR das erste Drittel dominierte, so zeigten die Gäste aus Bietigheim im Mittelabschnitt, dass sie Eishockey spielen können. Mit dem nötigen Biss und Entschlossenheit kamen die Gäste aus der Kabine und Brent Walton erzielte bereits nach 44 Sekunden den Ausgleich. Dieser frühe Treffer hatte auf den SCR eine lähmende Wirkung, nichts war es mehr mit der Dominanz aus dem ersten Drittel. Und so wunderte es nicht, dass Walton zur „Halbzeit“ des Spiels zum 1:2 nachlegte. Der Hexer vom SC Riessersee Hardi Wild hatte einiges zu tun, damit es bei dem knappen Ergebnis bis zur zweiten Drittelpause blieb.
Im Schlussabschnitt drehten die Werdenfelser den Spieß aber wieder um, David Appel konnte nach 81 gespielten Sekunden den 2:2 Ausgleich erzielen. Das war die Initialzündung für einen fulminanten Schlussabschnitt. Publikumsliebling und Spieler des Monats Oktober Lubor Dibelka zeichnete für den dritten Treffer (48.) des SCR verantwortlich. Als Tim Richter knapp vier Minuten vor dem Ende den Puck durch die Hosenträger vom Bietigheimer Torhüter zum verdienten 4:2 schubste, sah man im weiten Rund des OlympiaEissportZentrums nur noch zufriedene Gesichter, sofern sie für den SCR die Daumen drückten.
1:47 vor dem Abpfiff, setzte der indisponierte Hauptschiedsrichter Plitz aus Ottobrunn das i-tüpferl auf seine Leistung. Von den eigenartigen Strafen gegen den SC Riessersee bzw. die nicht geahndeten Fouls der Gäste wollte nach dem Spiel niemand mehr großartig diskutieren, das wurde hingenommen. Aber eine Situation die normalerweise mit einem technischen Tor bestraft werden könnte, brachte Gesprächsbedarf nach dem Spiel. SCR Stürmer Tobias Biersack wurde vor dem verlassenen Bietigheimer Tor gefoult und dadurch wurde er am erfolgreichen Torschuss gehindert. Nach der Regel 533 hätte auf ein Tor zu Gunsten des SCR entschieden werden können….. Hätte wenn und aber, es gab lediglich eine 2 Minuten Strafe für den doppelten Torschützen der Gäste Brent Walton. Das 5:2 kam auch ohne dem Wohlwollen des Schiedsrichters zustande. Florian Vollmer erzielte in Überzahl (60.) seinen fünften Saisontreffer und setzte damit den Schlusspunkt unter eine unterhaltsame Partie.