Oberliga Meister schlägt Bundesliga-Vizemeister – das klingt nicht nur gut, das war auch gut. Die Werdenfelser haben mit ihren ureigensten Tugenden nämlich Herzblut, Wille, Kampf und Einsatz den Topfavoriten für den Titel in der 2.Bundesliga die Schwenninger Wild Wings mit 2:1 bezwungen. Neben dem langzeitverletzten Sepp Staltmayr hat sich kurz vor dem Spiel Christian Völk mit massiven Rückenproblemen abgemeldet – daher spielte Youngster Tim Katzer an der Seite von Tyson Marsh, Brock Sheahan bildete mit Andi Feuerecker eine Defensivcombo und Marcus Weber hatte Matthias Mayr an der Seite.
Im ersten Abschnitt des Spiels sah es in überhaupt nicht danach aus, dass die Werdenfelser nur einen Blumentopf gegen den „FC Bayern der Eishockey Bundesliga“ holen könnten. Die Wild Wings legten los wie die Feuerwehr und gerade auf SCR Schlussmann Hardi Wild kam sehr viel Arbeit zu. Auch wenn Lubor Dibelka – der Mann mit dem goldenen Helm, von Fans auch als „Lord Goldhelmchen“ bezeichnet – bereits in der ersten Minute eine Großchance auf der Kelle hatte, aber den Puck konnte der SCR Topscorer im Tor von Sinisa Martinovic nicht unterbringen.Das Zepter schwangen fortan die Wild Wings, die Weiß-Blauen konnten sich kaum aus der eigenen Zone befreien. Erst nach rund 10 Minuten konnten sich die Mannen von Coach Travnicek ein wenig freischwimmen. Gerade die Sturmreihe Dibelka-Vollmer und Appel sorgte für viel Musik vor dem Tor der Gäste. Allerdings an der optischen Überlegenheit der Gäste änderte das nichts. SCR Goalie Hardi Wild musste einige Male sein ganzes Können aufbieten um seinen Kasten sauber zu halten. Bereits im ersten Drittel schied Benjamin Barz mit Verdacht auf Handbruch aus und wird wohl längerfristig der Mannschaft fehlen.
Im Mittelabschnitt war der SC Riessersee präsenter und das Spiel wurde offener und drehte sich zunehmend zu Gunsten der Hausherren. In Spielminute 31 zappelte auf einmal der Puck im Netz hinter Hardi Wild, Renz (Wilds ehemaliger Teamkollege bei den Kölner Haien) schoss von der blauen Linie Richtung Tor und sein Verteidigungskollege Prommersberger fälschte den Puck für den Riesserseer Torwart unhaltbar zum 0:1 ab. Das Gegentor setzte die typischen Werdenfelser Tugenden bei den Weiß-Blauen frei. Angeführt von der ersten Sturmformation (Vollmer, Dibelka und Appel) wurde das Tempo erhöht und das Visier nachjustiert. Die Torschussstatistik zeigte noch im ersten Abschnitt ein Plus auf Seiten der Gäste, ab dem Mittelabschnitt hatte hier die Mannschaft von „Travo“ die Nase vorn. Angespornt von der Stimmung in der Ostkurve, war im Schlussabschnitt der SCR die bessere Mannschaft. Die ersten Früchte der Arbeit konnten in der 49.Minute durch David Appel geerntet werden, der Tscheche schloss eine Traumkombination –eingeleitet durch seine Sturmpartner Vollmer und Dibelka- zum 1:1 ab.
Druckvoll und mit schnellen Pässen ging es weiter. Vier Minuten später wurde Tim Richter von Maxi Kastner auf die Reise geschickt und aus halbrechter Position sauste der Puck ins Netz zum 2:1. Das Olympia Eissport Zentrum glich einem Tollhaus – nach dem Pegel konnte man meinen es wären über 3000 Zuschauer in der Halle. Weit gefehlt, es waren leider nur 1518 im weiten Rund. Die Gäste versuchten in den Schlussminuten nochmal alles um den Ausgleich zu erzielen – 72 Sekunden vor dem Ende wurde der SERC Torwart durch einen zusätzlichen Stürmer ersetzt und 25 Sekunden vor der Schlusssirene war die Scheibe auf einmal im Tor der Weiß-Blauen. Schiedsrichter Fröschle musste nicht lange nachdenken und verwehrte die Gültigkeit wegen Torraumabseits.