Am 12. Oktober 1920 wurde der Sport Club Riessersee gegründet, vorerst wurden damals Bobfahren, Eiskunstlauf und Eisstockschiessen betrieben. Jedoch schon im Jahre 1923 wurde durch Franz Kreisel und Karl Neustifter eine Eishockeyabteilung des Vereins ins Leben gerufen.
Bereits vier Jahre später besiegte die Eishockeymannschaft des SCR den Berliner Schlittschuhclub im Finale um die Deutsche Meisterschaft, eine Leistung, die 1935 wiederholt werden konnte. Damals bestand auch ein grosser Teil der Nationalmannschaft aus SCR-Spielern, bei den Olympischen Spielen 1932 in Lake Placid, bei denen Deutschland die Bronzemedaille gewann, waren sechs SCR-Spieler dabei. Es folgten der dritte und vierte Meistertitel in den Jahren 1938 und 1941. Bereits zwei Jahre nach Kriegsende stand man schon wieder im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft und besiegte den BSC mit 10:1. Auch in den folgenden Jahren 1948 und 1950 gewann der SCR den Titel. Danach wurden die Abstände zwischen den Erfolgen immer grösser: 1960 wurde man wieder Meister, dann erst wieder 1978 unter Joschi Golonka, und ein letztes Mal 1981, unter Dr. Jano Starsi, nach einer hart umkämpften Play-Off-Runde gegen die DEG. In der darauffolgenden Saison erfolgte aus wirtschaftlichen Gründen die Abspaltung vom Hauptverein. Bis 1987 spielte die Mannschaft mit wechselndem Erfolg in der 1. Bundesliga, 1987 folgte der Abstieg in die 2.Liga, 1993 musste man in die Oberliga (3.Liga) Absteigen, einer der schwärzesten Momente der Vereinsgeschichte. Durch eine Umstrukturierung der Ligenstruktur konnte der Verein im nächsten Jahr trotzdem in der zweithöchsten Spielklasse (der 1. Liga Süd) spielen, mit so großem Erfolg, daß man in der Saison 1995/96 sogar in der DEL antreten konnte. Die DEL-Zeit endete jedoch ein Jahr später, wieder wegen finanzieller Probleme.
In der Saison 1996/97 konnte man einen Neubeginn in der 1. Liga wagen, wo man zwar nicht den erhofften Play Off-Platz erreichte, aber immerhin Alpenpokalsieger wurde. Während der Saison 1997/98 gelang die Qualifikation für die neue, eingleisige 2. Liga, in der der Verein seitdem spielt. Der SC Riessersee hat sich mit einigen Erfolgen in jüngster Vergangenheit, trotz der geringen finanziellen Mittel, in der 2. Liga behaupten können. In der Saison 2000/01 kam der SCR bis ins Viertelfinale, wo er gegen den späteren Vizemeister EC Bad Tölz, erst nach fünf packenden Partien scheiterte. Die Saison 2002/03 war sportlich die erfolgreichste für die Werdenfelser seit über 20 Jahren. Mit den US-Amerikanischen "Nobodies" Aaron Fox, T.J.Guidarelli und Dan Bjornlie konnte sich das Team von Peter Gailer bis in das Finale um die Deutsche Meisterschaft spielen. Mit 7 verletzten Stammspielern war gegen den späteren Aufsteiger in die DEL EHC Freiburg kein Blumentopf zu holen. Was danach folgte, glich eher einem Komödienstadel. Der Geschäftsführer und sein Generalbevollmächtigter schafften es, den widererblühten SCR an die Wand zu fahren. Durch den stätigen Einsatz von ex-Journalist Ralph Bader ist ein Neubeginn in der Oberliga Süd/West -2004/05 möglich geworden. Besonderer Dank gilt auch den drei neuen Gesellschaftern - Paolo Bacele, Herrn Hertel und den Kölner Haie.
Im Sommer 2006 konnte der fränkische Unternehmer Günther Hertelt die Gesellschafteranteile der Kölner Haie und vom Garmisch-Partenkirchner Gastronom Paolo Bacele übernehmen. Somit besitzt Herr Hertel den DEL Club Sinupret Icetigers und den Werdenfelser Traditionsclub SC Riessersee. Die Saison 2006/07 in der Oberliga war für den SCR eine großartiges Jahr. Nach der Doppelrunde stand der SC Riessersee auf Platz 1, was nach der konstellation Aufrücker Nummer 1 in die Bundesliga 2 bedeutete. In den Playoffs war nach Runde 2 gegen Ravensburg schluß. Was allerdings kein Beinbruch war, da der SCR als Nachrücker mit in die 2.Bundesliga aufgestiegen ist. Mit der Euphorie des Aufstiegs schaffte der SCR auf Anhieb die Teilnahme zu den Playoffs in der 2.Bundesliga - stand zeitweise auf Tabellenplatz 2 und ärgerte einige arivierte Clubs in der Liga. Der SCR Fanclub BlueAngel organisierte den ersten Sonderzug seit 27 Jahren - das Ziel lautete Kassel und es war ein MegaEvent. Auf der Rückfahrt feierte die Mannschaft mit den Fans - für die meisten ein unvergessliches Erlebnis !
Zur Saison 2008/09 wurde ein als "harter Hund" bekannter Trainer verpflichtet. Kim Collins löste Marcus Bleicher ab, der fortan seine Brötchen beim Oberligisten ESV Kaufbeuren verdiente. Mehr als Platz 10 sprang am Ende nicht raus, allerdings über den Umweg PrePlayoffs kamen die Weiß-Blauen dennoch in die Playoffs, wo der SCR gegen den Klassenprimus aus Bietigheim baden ging. Was erst ein Segen war, wurde ein Jahr später zum Fluch. Die Preplayoffs brachen dem SCR das Genick -trotz guter Saison und nach der Hauptrunde Platz 7 flog man unglücklich gegen den Tabellenzehnten aus Kaufbeuren raus.
Was dann folgte glich einem Hurricane - durch das nicht erreichen der "richtigen" Playoffs geriet die SC Riessersee Vermarktungs GmbH in die finanzielle Schieflage, die nur durch den freiwilligen Rückzug in die Oberliga wieder gekittet werden konnte. Den Weg in die Oberliga gingen die Riessersee-Urgesteine Sepp Lehner und Tim Regan mit. Dazu gesellten sich Torhüter Leonhard Wild und der Hammerbacher Andreas Raubal, der für seinen Stammverein noch eine Saison dranhängen wollte. Was erst wie ein Sterben auf Raten wirkte, sollte sich als Glücksfall erweisen. Die SCR GmbH konnte sich in der Klasse tiefer finanziell konsolidieren und durch die Mischung aus jungen Wilden und erfahrenen Urgesteinen des Sport Clubs wurde der Einzug in das Finale um die Deutsche Oberligameisterschaft erreicht. Am 23.4.2011 kam es in der Grafinger Scheune zum Showdown gegen den EHC Klostersee. Mit 3:2 gewannen die Werdenfelser das Spiel 2 der Serie und somit die Deutsche Oberliga Meisterschaft. 30 Jahre nach dem letzten Deutschen Meistertitel konnte der SC Riessersee wieder eine Meisterschaft nach Garmisch-Partenkirchen holen. Dieser Titel berechtigt zum direkten Aufstieg und damit ist der SC Riessersee nach nur einem Jahr Oberliga wieder zurück in der 2.Bundesliga. Nach der erfolgreichen Meistersaison 2010/11 hängten gleich zwei Urgesteine -Josef "Sepp" Lehner und Andreas Raubal- ihre Schlittschuhe an den berühmten Nagel.
Titel:
Deutscher Meister:
1927 - 1935 - 1938 - 1941 - 1947 - 1948 - 1950 - 1960 - 1978 - 1981
Deutscher Oberligameister:
1968, 2011
DEV Pokalsieger:
1965, 1966
Alpenpokalsieger:
1997
Deutscher Junioren Meister:
u.a. 1999
Meister der Deutschen Nachwuchsliga (DNL):
2001