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Artikel - 2002 - 03

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2002 - 03 - Seite 1

Was zunächst als Sommernachtstraum begann,
mündete in eine neun monatige Eisgala -
die in der Vizemeisterschaft gipfelte.



Im Vorfeld der Saison wurde der SCR von den meisten Experten zum Absteiger gestempelt. Die Abwehr wurde von Beginn an als das Prunkstück hingestellt. Als mögliche Schwachstellen, galten der Torhüter und die ausländischen Stürmer. Die Experten wurden Lügen gestraft.





Die Mischung des Teams, aus jungen Wilden und abgeklärten Routiniers war selten für den Gegner auszuschalten. Coach Peter Gailer leistete ganze Arbeit und führte seine "Buam", dahin wo der Club seit über 20 Jahren nicht mehr gestanden hat. Nämlich in ein Finale um die deutsche Meisterschaft. Der SCR holte den deutschen Vizemeistertitel.

Die Fans feierten die Mannschaft frenetisch und jetzt hoffen alle auf eine Fortsetzung des Traumes.


1.Drittel
Im Frühjahr 2002 begann die Mission Impossible für Ludwig Nominikat. Er schaffte im Sommer das unmögliche und rettete die SCR GmbH vor dem Ende. Im Laufe dieses Prozesses trat ein ausgewanderter Garmisch-Partenkirchner in Erscheinung, der danach als der "Reiche Onkel aus Amerika" bezeichnet wurde. Mit der Bürgschaft in Höhe von Euro 200.000,-- gestellt wurde, war die Rettung des SCR entgültig vollzogen.

Zunächst wurden vom Onkel NHL Granaten vollmundig angekündigt, als die ersten Namen der Ausländer durchgesickert waren, kam die große Ernüchterung und das Hohngelächter der Konkurrenz . Wer in drei Teufels Namen sind T.J. Guidarelli, Dan Bjornlie, Aaron Fox und Matt Murray ? Der einzigste aus diesem Quartett, der einen gewissen Bekanntheitsgrad hatte, war Aaron Fox. Aaron Fox kam von den Richmond Renegades, einem Team aus der East Coast Hockey League und vorher spielte er für das Farmteam der St.Louis Blues in der ECHL. Mittlerweile avancierten diese Drei aus dem Quartett zu absoluten Topspielern der Liga. Aaron Fox verbuchte über 100 Scorerpunkte, T.J Guidarelli zeichnete sich durch seine Schnelligkeit, Spielwitz und Torgefährlichkeit aus und Dan Bjornlie -Mr. "my Body is a Wonderland"- brillierte gerade durch seine Vielseitigkeit. Ob als Verteidiger, Center oder Außenstürmer - immer spielte er abgeklärt, ruhig und machte kaum Fehler. Das einzigste was er wahrscheinlich nicht spielen kann, ist die Position des Torhüters. Das Lachen verging der Konkurrenz sehr schnell. Die US Boys zogen ihr Spiel auf und brachten die gegnerischen Abwehrreihen immer wieder zur Verzweiflung.

Vermeintlich ging der SCR ein Risiko ein, als der ex-Deggendorfner Torhüter Martin Cinibulk verpflichtet wurde. Sehr wenige trauten Martin den Sprung von der Oberliga in die 2.Bundesliga zu. Peppi Heiß war am Anfang von der Saison davon überzeugt, daß er es schaffen würde. Und? Der sympathische Tscheche er avancierte zu einem Publikumsliebling und machte seine Sache hervorragend - der ehemalige deutsche Nationaltorhüter behielt recht.

Das SCR Urgestein - Sepp Lehner war eigentlich schon auf dem Weg nach Berlin, wo er bei den Capitals schon einen Vertrag für die 2.Bundesliga unterschrieben hatte, als er erfuhr, daß die Caps Pleite sind und in der Regionalliga spielen müssen. Dadurch blieb der Routinier dem SCR treu. Hubbi Buchwieser kehrte aus Heilbronn zu seinem Heimatverein zurück, ebenfalls nach langer Wanderschaft wechselte Butzi Gailer vom EHC Freiburg zum SCR zurück.

Als spektakulären Neuzugang konnte Jayson Meyer bezeichnet werden. Der ehemalige Nationalspieler kann auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurückblicken. Adam Smith wurde verpflichtet um den Gegnern das Fürchten zu lehren, was er auch eindrucksvoll demonstrierte - siehe seine Strafzeiten, wobei davon 50% unberechtigt waren.

2.Drittel
Die Saison begann furios, der SCR war die Überraschungsmannschaft. Die gesamte Konkurrenz wartete auf den großen Einbruch, der sollte allerdings nicht kommen und der SCR stand sehr sehr lange an der Tabellenspitze.

Während der Saison war man mit Matt Murray unzufrieden, bei ihm merkte man sehr schnell, daß die 2.Bundesliga teilweise für ihn eine Nummer zu groß war. Es wurde Roger Trudeau aus Bremerhaven im Dezember verpflichtet, der mit guten Statistikwerten im Gepäck nach Garmisch-Partenkirchen kam. In den ersten Spielen dachte man, daß er der Knipser vor dem Tor sei, den man die ganze Zeit vergeblich gesucht hat. Im fast schon legendären Spiel gegen den EV Landshut am 20.12.2002 - das 9:1 für den SCR endete, sammelte Trudeau 4 Scorerpunkte. Aaron Fox, erzielte an diesem Tag einen neuen Ligarekord - er war an immerhin 7 Toren beteiligt. Trudeau konnte seine guten Leistungen die er in den ersten Spielen für den SCR zeigte, kaum wiederholen. Die sportliche Leitung reagierte und hat den befristeten Vertrag nicht verlängert. Für ihn sollte der Finne Jonni Vauhkonen einspringen. Und mit dieser Verpflichtung begann das ganze Schlamassel. Horst Lasse -der Onkel- gab Roger Trudeau einen Kontrakt bis zum Saisonende und der SCR hatte Trudeau nur einen befristeten Vertrag gegeben. Es kam zum Eklat, der darin gipfelte, daß Peppi Heiß - bis zu diesem Zeitpunkt, sportlicher Direktor - von seinem Posten zurücktrat.

Im nachhinein betrachtet, hätte man sich den Knatsch sparen können. Denn Vauhkonen wurde nach drei Spielen wieder heimgeschickt und die beiden vermeintlich aussortierten Akteure - Roger Trudeau und Matt Murray durften sich fortan um die siebte Ausländerstelle streiten.
Vom großen Verletztungspech blieb der SCR weitestgehend in der Saison verschont. Bis auf Butzi Gailer der sich in Weißwasser 28. Dezember eine schwere Rückenverletzung zuzog. Es war ein unglücklicher Check vom Weißwasseraner Gabriel Krüger, dem diese Aktion im nachhinein sehr leid getan hat. Für den Kämpfer Butzi Gailer war somit die Saison beendet.

Im Laufe der Saison wurde ein junger Deutsch-Russe beim SCR vorstellig. Konstantin Firsanow kam zum SCR und mußte zunächst das harte Gailersche Aufbauprogramm über sich ergehen lassen. In einem seiner ersten Spiele in Kaufbeuren schoß er sein erstes Tor für die Blauen, es war im laufe des Spiels nicht nur das erste Tor zu feiern, sondern auch sein erster Hattrick für seinen neuen Club. Peter Gailers Meinung über das Talent ist geteilt: läuferisch und taktisch ist er sehr gut ausgebildet, allerdings hapert es extrem mit der Disziplin.

Positiver Neueinsteiger des SCR war während der Saison - "auf die Sieben" - Uli Maurer. Der sich von der DNL Mannschaft fast reibungslos in die erste Mannschaft integrieren konnte. Zur Belohnung ist er im European Scouting Report für den kommenden NHL Draft erwähnt. Dort wurde vor knapp zwei Jahren Stefan Schauer in der Talente Lotterie von den Ottawa Senators gezogen.

3.Drittel
In den Playoffs blühte Roger Trudeau so richtig auf, er bildete mit Aaron Fox - T.J. Guidarelli eine Supersturmformation. Die nur durch Fouls zu stoppen war. In der ersten Playoffrunde gegen Wolfsburg waren die drei "Amis" für alle 13 Tore verantwortlich.

Das Halbfinale gegen das Team aus Niederbayern - EV Landshut - war an Spannung und Dramatik nicht zu überbieten. Partie 1 und 2 gewann der SCR - Den vorzeitigen Finaleinzug hätten die Blauen im dritten Spiel Zuhause klar machen können.

Anscheinend stimmte die Einstellung nicht und Landshut führte nach 2 Dritteln mit 4:0. In den letzten 10 Minuten stemmte sich der SCR noch gegen die drohende Niederlage, eine Minute vor Schluß stand es dann auch nur noch 3:4. Es half nichts mehr, Landshut erzielte ein Empty Net Goal, nachdem der Hexer Martin Cinibulk seinen Arbeitsplatz geräumt hatte. Spiel 4 gewann wieder der EVL und jeder dachte, daß es der SCR nicht mehr ins Finale schaffen würde. Mit einem fulminanten Schlußspurt im Spiel 5 der Serie - vor einer Rekordkulisse - wurde der EVL regelrecht aus der Halle geschossen.

Im Finale wartete bereits eine weitere Überraschungsmannschaft, nämlich der EHC Freiburg. Freiburg startete als Siebter in die Playoffs. In der ersten Runde eliminierten sie Bad Nauheim (immerhin Zweiter) und im Halbfinale zeigten sie dem SC Bietigheim (nach der Punkterunde Tabellenerster) seine Grenzen auf.

Leider wurde das Team um Martin in der Finalserie gegen den EHC Freiburg vom Glück verlassen. Im dritten und entscheidenden Spiel um die Meisterschaft fehlten dem SCR gleich sieben Stammspieler. Eine Mannschaft, die die komplette Saison nur mit drei Sturmreihen bestritt, waren so viele Ausfälle nicht mehr zu kompensieren. Abwehrroutinier und Kapitän Sepp Lehner, Christoph Klotz, Roger Trudeau, Martin Hinterstocker, Butzi Gailer, Hubbi Buchwieser und Dan Bjornlie.

Statistik Besonderheiten der Saison
Höchster Sieg:
SCR - Landshut 9:1 (20.12.02)

Schnellstes Tor:
5 Sekunden T.J.Guidarelli (Heimspiel gegen Duisburg 27.10.02)

Spieler mit den meisten Punkten in einem Spiel:
7 - Aaron Fox (Heimspiel gegen Landshut 20.12.02)


Zu- und Abgänge vor der Saison:

Abgänge:
Sami Peltosara (EC Bad Tölz)
Christian Winkler (Sportlicher Leiter EC Peiting)
Christoph Klotz (REV Bremerhaven)
Leonhard Wild (Kölner Haie -DEL)
Stefan Schauer (Kölner Haie -DEL)
Tim Regan (EC Bad Tölz)
Michael Raubal (EC Peiting - Oberliga)
George Kink (EC (EC Peiting - Oberliga)
Markus Draxler (Iserlohn Roosters - DEL)
Andi Pritchard (Karriereende)
Duanne Dennis (ERC Selb - Oberliga)
Jouni Lahtingen (Ziel unbekannt)
Christoph Melischko (ERC Ingolstadt - DEL)
Norm Batherson (EHC Straubing)

Zugänge:
Martin Cinibulk (Deggendorfer EC - Oberliga)
Martin Niemz (EC Ulm - BWLiga)
Christoph Lohr (SCR-DNL)
Andreas Schönmoser (EC Peiting - Oberliga)
Adam Smith (EC Bad Nauheim)
Jayson Meyer (SC Bietigheim)
Tomasz Mieszkowski (ES Weißwasser)
Hubert Buchwieser (Heilbronner EC)
Rene König (SCR-DNL)
Florian Brandl (SCR-1B)
T.J. Guidarelli (Rockford Icehogs - UHL)
Georg Gailer (EHC Freiburg)
Benjamin Hinterstocker (Kölner Haie - DEL)
Florian Vollmer (SCR-DNL)
Dan Bjornlie (Quad City Mallards - UHL)
Aaron Fox (Richmond Renegades - ECHL)
Matt Murray (University of Wisconsin)
Uli Maurer (SCR-DNL)

Zu- und Abgänge während der Saison:

Zugänge:
Jonni Vauhkonen (Ayr Scottish Eagles - Superleague)
Christoph Klotz (REV Bremerhaven)
Konstantin Firsanow (inaktiv - zuletzt Dynamo Ekatirnburg -RU)
Roger Trudeau (REV Bremerhaven)

Abgänge:
Jonni Vauhkonen (Ziel unbekannt)



Auf Seite 2 geht es weiter mit der Einzelspielerkritik

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Letzte Änderung: 25.04.2003, 08:12 Angesehen: 19400
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BL 2 Tabelle
1  Schwenningen  52  113 
2  München  52  111 
3  Ravensburg  52  97 
4  Bietigheim  52  92 
5  Landshut  52  86 
6  Heilbronn  52  86 
7  Riessersee  52  84 
8  Lausitz  52  75 
9  Dresden  52  70 
10  Kaufbeuren  52  67 
11  Bremerhaven  52  59 
12  Crimmitschau  52  52 
13  Hannover  52  49 
14  Freiburg  52  43 
Spielplan
2.Bundesliga
2009/10
Nächste Spiele
Vorbereitung
*Stadionfest*
Landshut
21.08.2010
18:00
Vorbereitung
Bad Tölz
28.08.2010
18:00
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